Hl. Korbinian

Aus korbiwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der hl. Korbinian mit seinem Attribut, dem Bären (Foto: Diözesanmuseum Freising)

Der hl. Korbinian (um 680 – um 730) war ein christlicher Missionar und gilt als der erste Bischof von Freising. Er ist Schutzpatron des Erzbistums München und Freising und Stadtpatron von Freising. Die Gedenktage des Heiligen sind der 20. November (in Deutschland) und der 8. September (in Frankreich). <events keyword="Heilige">Veranstaltungen zum Thema „Heilige“</events>


Leben

Korbinian stammte aus einem Dorf namens Castrus (heute: Arpajon), südwestlich von Paris. Sein Vater Waltekis starb kurz vor seiner Geburt um 680, von seiner Mutter Corbiniana erhielt er den Namen. Korbinian wollte das Leben eines Einsiedlers führen, doch zahlreiche Bewunderer bedrängten ihn so sehr, dass er nach Rom aufbrach, um den Heiligen Vater um ein Leben in völliger Abgeschiedenheit zu bitten. Dieser erkannte aber sein missionarisches Talent, weihte ihn zum Bischof, verlieh ihm das Privileg des Palliums und sendete ihn mit umfassenden Predigtvollmachten zurück.

Eine zweite Romreise führte ihn über Regensburg erstmals nach Freising. Auf seinem weiteren Weg über die Alpen riss ein Bär das Saumpferd des Heiligen. Korbinian züchtigte und zähmte das wilde Tier, und zur Strafe musste es das Gepäck anstelle des Pferdes bis nach Rom schleppen. Dieses sog. Bärenwunder taucht erstmals im frühen 10. Jahrhundert in Bearbeitungen der Vita Corbiniana auf, war offenbar aber so beliebt, dass daraus das Attribut Korbinians, der bepackte Bär, entlehnt wurde, mit dem er seit Mitte des 15. Jahrhunderts dargestellt wird.

Der hl. Korbinian kann auch als Vorbild für Europa gesehen werden. Er stand in ständigem Austausch über Grenzen hinweg und verkündete die Frohe Botschaft.

Korbinian und Freising

Darstellung des Bärenwunders (Foto: Diözesanmuseum Freising)

Nur wenige Jahrzehnte nach Leben und Wirken des hl. Korbinian in Freising hat Bischof Arbeo (764–783) eine erste Vita anlässlich der Translation seiner Gebeine aus dem Ort Mais bei Meran in Südtirol in die Marienkirche auf dem Freisinger Domberg geschrieben. Vor Freude über die neue geistliche Mitte für das noch junge Bistum ließ er das im Chor aufgestellte Grabmal mit silbernen Tafeln schmücken, die Szenen aus dem Leben des Heiligen zeigten. Leider sind diese kostbaren Arbeiten verloren, der Sarkophag jedoch, der zu den frühesten christlichen Denkmälern Altbayerns zählt, steht heute noch in der Krypta, die seit dem 12. Jahrhundert Ziel von Wallfahrern ist.

Die Gebeine des Heiligen sind mittlerweile in einen Reliquienschrein von Ferdinand von Harrach (1861) gebettet. Dieser Schrein wird bei festlichen Anlässen, dem Korbiniansfest und anlässlich der Priesterweihe, mitgeführt und vor den Altar des Domes gestellt. Somit ist seit 768 eine ununterbrochene Verehrung des hl. Korbinian belegt. Trotz der teils legendenhaften Ausschmückungen und Topoi, die in keiner Heiligenvita fehlen dürfen, zeigt sich im Kern der arbeonischen Vita Korbinian als einer, der Freude an schönen Dingen hatte, aber auch leidenschaftlich, manchmal sogar zornig für Glauben und Kirche eintrat und sein Leben ganz der Führung Gottes anvertraute.

In Freising lebte Korbinian zunächst in mönchischer Gemeinschaft in der kleinen Siedlung am Fuße des Dombergs, bevor er auf den Berg Weihenstephan zog. Korbinian schaute kritisch auf die Einhaltung kirchlicher Gesetze, führte das regelmäßige Stundengebet ein, vermittelte Verständnis für die Sakramente und bekämpfte Aber- und Unglauben. Als Wanderbischof schuf er die Voraussetzungen für eine Bistumsorganisation in Freising, die der hl. Bonifatius mit der offiziellen Bistumsgründung 739 umsetzte.

Vor einem Mordanschlag floh Korbinian erneut nach Mais, wo er zwischenzeitlich Land erworben hatte, wurde vom Herzog zurückgerufen und starb um 730 in Freising. Auf seinen Wunsch hin fand die Beisetzung neben dem von ihm verehrten hl. Valentin in Mais statt. Visionen bewegten Bischof Arbeo, den verehrten Bischof zurück nach Freising zu überführen, wo er im Dom den noch unverwesten Leib feierlich empfing. Der Todestag Korbinians ist nicht überliefert, der älteste belegbare Gedenktag war der 8. September, wohl seit dem 13./14. Jahrhundert wird der 20. November als Festtag begangen.

Im Freisinger Mariendom haben die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam Geschichten aus dem Leben des hl. Korbinian an die zwanzig Emporen der Basilika gemalt und damit die Bildvorstellung vom hl. Korbinian geprägt.

Darstellung, Attribute, Patronate

Der hl. Korbinian wird stets als Bischof dargestellt. Als solcher machen ihn Bischofsstab und Mytra sofort kenntlich. Sein Attribut ist ein mit Gepäck beladener Bär.

Neben der Erdiözese München und Freising wird Korbinian noch in der französischen Diözese Évry als Patron besonders verehrt.

Korbiniansfest

Broschüre zum Korbiniansfest 2017

Das Fest zu seinen Ehren wird an den Wochenenden um den 20. November gefeiert: mit Jugendkorbinian, einer aus der Kriegsnot geborenen Wallfahrt, und dem Korbiniansfest, zu dem jedes Jahr viele Gläubige aus der Erzdiözese München und Freising kommen.

Jedes Jahr kommen aus dem gesamten Erzbistum München und Freising viele Gläubige auf den Freisinger Domberg, um den Glauben miteinander zu teilen und zu feiern.

Jugendkorbinianswallfahrt

Die Jugendkorbinianswallfahrt entstand nach dem zweiten Weltkrieg und ist ein Fest der Begegnung und des Glaubens.

Korbiniansfest

Im Zentrum des Korbiniansfestes steht das Pontifikalamt. Daraufhin schliest sich ein Fest der Begegnung eine Vesper mit Reliquienprozession und Kindersegnung an. Zum Andenken erhalten die Kinder den jährlich neu geschlagenen Korbinianspfennig.

Literatur

  • Benker, Sigmund: Der Dom im ersten Jahrtausend, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Freising, Bd. 26, 1967, S. 1–43.
  • Fischer, Joseph Anton: Die Translation des hl. Korbinian im Jahre 768, in: Beiträge zur altbayerischen Kirchengeschichte, Bd. 27, 1973, S. 53–75.
  • Glaser, Hubert; Brunhölzl, Franz; Benker, Sigmund: Vita Corbiniani. Bischof Arbeo und die Lebensgeschichte des hl. Korbinian (30. Sammelblatt des Historischen Vereins Freising), München/Zürich 1983.
  • Lexikon für christliche Ikonographie, Bd. 7, Sp. 337–339.
  • Maß, Josef: Das Bistum Freising im Mittelalter, München 1986, S. 33–44.
  • Pfister, Peter (Hg.): Ein Segen für das Land. Der heilige Korbinian, Bischof in Freising, München 1999.
  • Schwaiger, Georg (Hg.): Bavaria Sancta. Zeugen christlichen Glaubens in Bayern, Bd. 1, Regensburg 1970, S. 121–135 (Peter Stockmeier).

Links

Informationen zum hl. Korbinian und seiner Bedeutung für die Erzdiözese München und Freising auf der Website des Erzbistums

Wissenswertes zum hl. Korbinian und dem Freisinger Domberg auf www.freisinger-dom.de

Weitere Informationen zum hl. Korbinian im Ökumenischen Heiligenlexikon

Informationen zum hl. Korbinian auf Wikipedia

Wissenswertes zum hl. Korbinian auf www.heiligenlegenden.de

Aktuelle Angebote in Ihrer Nähe